Schnippeldisko für unverkäufliches Gemüse

Eine Schnippeldisko – was ist denn das? Als ich die Überschrift des Online Artikels las, wurde ich neugierig. Es geht um einen Event im Berliner Zentrum für Kunst und Urbanistik: Bei Tanzmusik wird knubbeliges Gemüse, das nicht verkauft werden kann, zu einer Suppe verarbeitet. Das Gemüse wird von lokalen Produzenten zur Verfügung gestellt, die Suppe wird den Teilnehmern an der für den Folgetag geplanten Demo „Wir haben es satt“ den Bauch wärmen. In Berlin werden dieses Jahr rund 1000 Teilnehmer erwartet, um die rund zwei Tonnen Gemüse zu verarbeiten! Der Termin ist der 15. Januar 2016.
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Die Schnippeldisko wurde erstmalig 2012 von Slow Food Youth und Partnern veranstaltet, viele Länder haben schon nachgezogen. Ich finde die Schnippeldisko eine hervorragende Aktion, um auf den Missstand der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen!

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Das Magazin, in dem der Artikel erschien heisst enorm Magazin. Schwerpunkt: Das enorm Magazin betrachtet Wirtschaftsmodelle, Unternehmen und Personen, die auf die wachsenden lokalen und globalen Herausforderungen in Gesellschaft & Umwelt reagieren und wertvolle Impulse geben. Die Online Version gibt es auch im Facebook, beide Auftritte haben mich sehr angesprochen, es sind spannende Artikel zum Umgang mit Ressourcen darin zu finden.

Weiterführende Links
Slow Food Youth (globale Seite)
Slow Food Youth Deutschland
Slow Food Youth Schweiz
Slow Food Youth Österreich

 

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27 Gedanken zu „Schnippeldisko für unverkäufliches Gemüse

  1. Pingback: Lauter, lauter | froh ohne shopping

  2. Die Aktion finde ich gut als Aufmerksamkeitserreger / Augenöffner.
    Auf Dauer brauchen wir andere Initiativen, damit „häßliches“ Gemüse nicht weiter weggeworfen wird. Sehr gut finde ich dabei „Les Gueules cassées“ aus Frankreich oder die Initiative der französischen Supermarktkette Intermarché. Dass es mit etepetete in Deutschland auch schon sowas gibt, wußte ich bisher noch nicht. Gute Idee, allerdings stört mich da der Versand. Zuviel Verpackung, und ich mag’s lieber regional. Aber für Münchner sicher eine gute Idee.

    Bei der Suche im Internet nach den französischen Initiativen bin ich auf etliche Artikel gestoßen, die behaupten, in deutschen Supermärkten gäbe es das auch schon vereinzelt. Ich habe davon noch nichts bemerkt – hat das sonst schon mal jemand gesehen und wenn ja, wo?

    Ich selbst bin Mitglied in einer Projekt der „Sozialen Landwirtschaft“. Dabei kauft man von einem (Bio-)Hof einen Ernteanteil und erhält dabei regelmäßig (meist wöchentlich) die Produkte. Dabei regelt der Hof das so, dass eventuelle Vorräte auf dem Hof gelagert werden, so daß man nicht plötzlich 2 Zentner Kartoffeln oder Möhren einlagern müsste, sondern die Sachen schön häppchenweise bekommt. Auch jetzt im Winter sind die Gemüse viel frischer als im Laden und unglaublich vielfältig. Ich hab mal nachgezählt, ohne Kohl sind es bei uns 19 verschiedene Sorten jetzt im Winter, mit Kohl 27! Da kommt keine Langeweile auf. Im Sommer bekommt man natürlich wirklich das gerade frisch Geerntete.
    Bei diesem Gemüse gibt’s dann auch mehrbeinige Möhren, picklige Kartoffeln, krumme Gurken und Salat, der schon von den Schnecken angenagt wurde. Da macht man dann halt 2-3 Blätter ab, wäscht gründlich und alles ist gut. Mehrbeinige Möhren zu schälen kann schon mal ziemlich Arbeit machen, aber der Geschmack ist einfach unübertroffen. Diese Art des Gemüsebezugs kann ziemlich Arbeit machen, weil man ja gezwungen ist, das dann auch alles sinnvoll zu verwerten. Aber wir kochen dadurch nun (noch) mehr frisch, häufiger vegetarisch, gehen kaum noch in der Kantine essen und haben Gerichte ausprobiert, auf die wir vorher nicht gekommen wären. Rote Bete ist z.B. genial (und genial einfach) als Spaghettisauce!

    • Das ist ja eine super Sache mit der Initiative der Sozialen Landwirtschaft! Würde ich sofort machen, wenn es auch sicher ab und zu eine kleine Herausforderung in Sachen Kreativität und der eingesetzte Zeit ist, alles zu verwerten. Bezüglich solcher Modelle hinkt die Schweiz noch hinterher, leider. Ich habe den Biobauern in der Nähe gefragt, ob er nicht die Idee mit den wöchentlich gelieferten Körben aufnehmen würde, doch das fand er angesichts der Präsenz am Wochenmarkt keine so gute Idee. Zugegeben, das ist für einen Biobetrieb ein ziemlicher Zusatzaufwand.
      Was die deutschen Supermärkte anbelangt: da kenne ich mich leider nicht aus, da ich in der Schweiz lebe. Hierzulande ist mir das auch noch nicht aufgefallen, dass ein Supermarkt knubbliges Gemüse im Handel führt. Wenn ich etwas sehe, das nicht ganz 100% perfekt aussieht, dann lacht es mich an und ich nehme es mit, wissend, dass es ziemlich sicher sonst ein paar Tage später weggeworfen würde. Wenn es bereits Faulstellen hat, bitte ich um einen Preisnachlass. Der wird eigentlich immer gewährt. Zuhause verarbeite ich das Gemüse oder die Frucht dann sofort, damit die Faulstellen sich nicht weiter ausbreiten können.

      • Schau mal hier in der Liste:
        http://www.solidarische-landwirtschaft.org/de/solawis-finden/hoefeliste/

        Da ist zumindest ein Schweizer Betrieb in der Liste der aktiven Höfe (unter der Liste für Deutschland) und noch weiter unten in der Liste der Initiativen in Vorbereitung ist noch einer. Frag doch da mal an, vielleicht passt einer der beiden ja für Dich oder sie wissen vielleicht noch was über weitere derartige Initiativen in der Schweiz.
        Es wird übrigens nicht bei allen SoLaWis nach Hause geliefert. Bei unserer gibt es Verteilstationen in der Stadt und man muss einmal wöchentlich zum Abholen hin. Das klingt erst mal nach Nachteil, ist aber m.E. keiner: im Winter ist das Gemüse in den Verteilstationen frostfrei gelagert (ich hätte ungern bei Minusgraden eine Gemüsekiste für Stunden vor der Tür, bis ich heimkomme) und im Sommer kühl (wird dann dort mit feuchten Tüchern abgedeckt). In beiden Fällen hält sich das Gemüse dadurch besser, ich erhalte absolut frische Ware und muss sie nicht sofort verbrauchen.

        Wichtig an den SolaWis ist, dass man eigentlich nicht das Gemüse / die Lebensmittel selbst bezahlt, sondern die Arbeit des Bauern/Gärtners mit einem monatlichen Beitrag. Man erhält dann einen Anteil der Ernte (bei mir 1/130, da es 130 Mitglieder gibt und der Hof nichts an extern verkauft). Wieviel das genau ist, richtet sich danach, wie die Ernte ausfällt. Damit wird das Risiko der bäuerlichen Betriebe gemindert, weil der Betrag der SoLaWi-Mitglieder auch dann gezahlt wird, wenn es mal Ausfälle gibt (das ist aber eher selten, ich habe es noch nicht erlebt), andererseits kann man tüchtig viel bekommen. Im Sommer hatten wir Gurken- und Tomatenschwemme – die Tomaten konnten wir alle gut verarbeiten, bei den Gurken sind dann etliche an Freunde gegangen.

        Allgemeine Seite zu SolaWis:
        http://www.solidarische-landwirtschaft.org

      • SEHR interessant! Ich mache mich auf jeden Fall schlau, wie das in Helvetien geregelt ist 🙂
        Danke für die wertvollen Informationen. Herzliche Grüsse und einen schönen Tag! Cornelia

      • Noch was: Du hast mich inspiriert, mich in einem nächsten Blogbeitrag mal vertieft mit der Situation in der Schweiz auseinanderzusetzen. Hier heisst es übrigens „Vertragslandwirtschaft“ und ist eher noch spärlich ausgeprägt. Aber es gibt tatsächlich einen Verband und auch einige angeschlossene Betriebe!

      • Dann wünsch ich Dir viel Erfolg bei der Suche und bin schon gespannt auf den neuen Beitrag!

  3. Habe heute meine Gemüsebox bekommen von „etepetete“. Dort werden hässliche Lebensmittel verkauft! Finde ich ein tolles Projekt! Vielen Dank für die tollen Beiträge! Weiter so, wirfsnichtweg! 🙂

    • Danke, Jacky! Habe mich sehr über Deine Rückmeldung gefreut, das motiviert 🙂 So eine Gemüsebox fände ich auch klasse – muss mal recherchieren, ob es das auch hierzulande gibt. Ich glaube, man isst diese Lebensmittel viel achtsamer. Es ist so wie Apfelmus kochen aus Äpfeln, die sonst am Boden verrottet wären. Unfassbar, wie viele Früchte an den Bäumen oder auf dem Boden verfaulten.

      • Sehr gerne! Finde es immer schön, wenn man einer Meinung zu einem solchen Thema ist, wo ja andere nichtmal dran denken bzw. nie drüber reden weil es ihnen zu unwichtig ist.. Ich finde das auch total Schade! Habe diesen Spätherbst auch ca. 50 Äpfel die schon recht matschig waren aufgesammelt und eingekocht, war ein super leckerer Apfelmus, der noch bis jetzt hält. Viiiel zu schade die wegzuschmeißen bzw. vergammeln zu lassen. Traurig, dass das kaum einer sieht und schätzt, was die Natur für schöne Sachen bereit hält, die dann direkt vor unseren Augen verrotten, während andere dabei grad nen „großen Chai Latte“ von Mc Donalds essen..

      • Hoffe dass du bald noch mehr Follower bekommst, die das ganze genauso sehen. Viele Grüße, Jacky! Finde es toll was du machst und schreibst 🙂

      • Danke Dir! Ich war im letzten Jahr wenig aktiv, dachte schon, dass ich den Blog einstelle… Meine Eltern starben ganz kurz hintereinander, meine Mum wurde nur 72… Es war eine schwere Zeit. Aber jetzt bin ich wieder dabei, zwar schreibe ich nicht so häufig und professionell wie andere Blogger, aber ich mache es gern!
        Hast Du schon mal den Beitrag von Andrés, dem kolumbianischen Schneider aus Bogotá gelesen? Welches ist Dein liebster Beitrag Deines Blogs?

      • Finde es gut, dass du trotz der schweren Zeit wieder langsam anfängst zu schreiben, ich glaube dir, dass es nicht einfach war.. Ist doch auch gar nicht wichtig, wie professionell man schreibt, Hauptsache man macht es weil man Spaß dran hat und weil man dann vielleicht noch Menschen findet, die das ähnlich sehen, mit denen man einfach ins Gespräch kommen kann, sich austauschen kann. Ist für mich sehr wichtig.. 🙂
        Ne, den kenne ich noch nicht, werde ich aber mal tun, klingt interessant!
        Von meinem Eigenen Blog? Nun ja, ich mag die Beiträge wo ich meine Gedanken los werde. Über die Vergangenheit, das hilft mir das aufzuschreiben.

      • Danke für die Rückmeldung, Jacky! Ich bin jetzt regelmässig bei Dir auf dem Blog, gefällt mir sehr, was Du schreibst! Schönen Abend, Cornelia

    • Super, bitte bitte unbedingt darüber schreiben! Finde ich neben den Repair Cafés wirklich eine sehr gute Initiative. Danke für Deine Rückmeldung, liebe Grüsse und wie schön, dass es Deinen Blog schon 2 Jahre gibt 🙂

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