Kaffeeblüten-Honig aus Guatemala

Kürzlich erhielt ich einen ganz besonderen Honig. Er stammte aus einem Claro-Fairtrade-Laden. Als ich den Honig auspackte, war ich gleichzeitig positiv als auch negativ überrascht.

Die positive Überraschung: der Geschenkumschlag ist aus wiederverwendeten Kalenderblättern gefaltet!

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Die negative Überraschung: der Honig ist sehr weit gereist: aus Guatemala / Mittelamerika. Das besondere an ihm: er kommt aus dem Kaffeeland, d.h. dass die Bienen ihn im Wesentlichen aus Kaffeeblüten hergestellt haben.

imageEin ganz besonderes Fairtrade-Produkt also. Ich freute mich darüber, weil ich in Lateinamerika aufwuchs und dieser Honig einen ganz besonderen Bezug zu meiner zweiten Heimat herstellt. Andererseits: muss es sein, dass Fairtrade-Artikel von so weit weg stammen? Wäre es nicht für die Umwelt angemessener, wenn besondere Erzeugnisse wie der Honig aus Kaffeeblüten einen lokalen Markt fänden, der attraktiv ist? In Guatemala selbst? Eine Nische von lokalen Geniessern? Ich denke, hier müsste Fairtrade ansetzen: lokales Bewusstsein für den Reichtum der lokalen Erzeugnisse zu schaffen.

Was denkt Ihr darüber?

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3 Gedanken zu „Kaffeeblüten-Honig aus Guatemala

  1. Absolut richtig, weniger Transport, weniger Verschmutzung und unnoetoge Nutzung von resourcen.
    Aber, durch diesen Honig haben lokale, kleine Bauern die Chance auch etwas am weltweiten Markt teilzuhaben. uebrigends, Honig hier kommt nicht „nur‘ von Kaffeeblueten, es gibt verschiedene Sorten, sogar von der Bluete des Zuckerrohrs(schmeckt sehr aromatisch).
    Die Globalisierung hat diese kleinen maerkte ‚kanibalisiert“ und ausgetrocknet und Laender wie Guatemala haengen von der Landwirtschaft, den Produkten und deren Weiterverarbeitung sehr stark ab. Agroindustrie zu foerdern ist daher das Ziel, um hier etwas weiter zu kommen. das geht in dem Fall natuerlich stramm gegen die“ lokale Befriedung“ der eigenen Maerkte in Europa.

    • Danke für den Beitrag, direkt aus Guatemala! Meine Frage richtete sich eher danach, warum solche Spezialitäten wie Kaffeeblütenhonig oder auch Zuckerrohrhonig offensichtlich keinen genug grossen Markt in Guatemala selbst haben. Woran liegt das? Erzielt man im Land selbst nicht Preise, die hoch genug sind oder ist das Bewusstsein für solche tollen Produkte einfach nicht da?

      • Der kunde kauft lieber gepanschten Honig bei Paiz, billig. Es wird bereits hochqualitativer Honig angeboten, aber das Marktsegment ist leider zu klein, denk daran allleine ueber 50% sind indigene Bevoelkerung, die dafuer kein Geld ausgeben, dann hast Du den Rest, Mittelschicht und oebere Mittelschicht, die sich noch nicht um die Qualitaet des Essen kuemmert, sondern um den Preiss.
        Das was bleibt, ist ein kleines Segment, von dem Du nicht leben kannst.

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