Mikroplastik im „Naturprodukt“ Honig

Heute traute ich meinen Augen und Ohren kaum. Die Schweizerischen TV-Sendung „Kassensturz“, die der Industrie regelmässig auf die Finger schaut und – ähnlich der deutschen Stiftung Warentest – unabhängige Produkttests durchführt, sendete eine Reportage über Bienenhonig. 20 verschiedene Honigerzeugnisse wurden getestet, ein Grossteil davon aus der Schweiz.

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Das besorgniserregende Resultat: ALLE Honigprodukte weisen Mikroplastik auf. Einige wenige Mikroplastikteilchen pro Kilo Honig, einige mittelviel, einige viel. Angesichts des massenhaften Sterbens von Bienenvölkern, die durch eine bestimmte Milbenart geschwächt werden (wobei man davon ausgeht, dass die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide zu einer Schwächung des Immunsystems der Bienen führen, weshalb die Varroa-Milbe so zuschlagen kann) finde ich diese Nachricht einigermassen erschütternd.

Bienen gehören zu den nützlichsten und wertvollsten Nutztieren unserer Menschheit. Hätten wir sie nicht, würden wir (bzw. noch mehr von uns) binnen weniger Jahre verhungern, denn sie bestäuben die Felder, die Bäume, die Blüten. Jegliche Früchte der Erde haben wir ihnen zu verdanken. Und wie danken wir es ihnen? Mit Pestiziden, die sie schwächen und mit Plastik in unserer Umwelt. Mit Recht wehren sich die Imkerverbände und postulieren, dass der Mikropartikel-Plastik im Honig nicht ein einzelnes Problem des Honigs, sondern der Umwelt im Gesamten sei.

Die Menschheit macht sich selbst kaputt, so viel steht fest. Und will davon nichts wissen! Ich bin sehr dankbar, dass es den „Kassensturz“ und mutige Journalisten gibt, die nicht weghören, wegschauen und schweigen!

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Der empfehlenswerten Beitrag im Schweizer Fernsehen findet sich hier (einige Aussagen in Mundart): „Kassensturz“ – Sendung über Mikroplastik in Bienenhonig vom 25. März 2014

Dieser Beitrag, den ich zur Plastikproblematik schrieb könnte Dich auch interessieren: „Sack welle?“

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6 Gedanken zu „Mikroplastik im „Naturprodukt“ Honig

  1. Pingback: Endlich! Veggiebags bei der Migros! | wirfsnichtweg

  2. 1-2 Plastikteilchen pro Honigbrot, das kann einem ja auch ein ungutes Gefühl geben. Ich denke, da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen und unseren persönlichen Plastikverbrauch mal genauer überdenken!

    • Mich würde interessieren, ob der Körper die Plastikteile wieder herausbringt oder ob sie sich im Gewebe ansammeln.
      In meinem Beitrag „Sack welle?“ habe ich über das Problem mit dem Plastik schon mal geschrieben, vielleicht magst Du den mal lesen.
      Vielen Dank für Deinen Beitrag und viele Grüsse!

  3. Du sprichst mir aus dem Herzen – Bienen sind sooo wichtig. Wir fangen gerade an ein Stück Land zu begärtnern und ein Teil des Bodens ist für Wildblumen reserviert, damit sich ein paar Bienen da wohl fühlen 🙂 und ich habe gerade hier unterschrieben…

    Liebe Grüße, anne

    • Wir haben auch ein kleines Stückchen Land, wo wir Himbeeren und einen Kirschbaum haben. Ich habe kürzlich auch darüber nachgedacht, Wildblumen auszusäen. Hast Du einen Tipp, welche ich da nehmen sollte? Es gibt ja so Samenmischungen, any ideas?
      Dass die Mikroplastikteilchen in der Luft herumfliegen und sich mit dem Pollen vermischen, werden wir allerdings wohl nicht verhindern können…

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